[:de]Das Covid-19-Regime aus der Perspektive der revolutionären Arbeiter*innenklasse diskutieren. In sieben Schritten[:en]Discussing the Covid-19 regime from a revolutionary working class perspective in seven steps[:]

on März 22, 2020 Aktuelles and Schlagwörter: , , , with 0 comments

[:de]Überlegungen zur aktuellen Corona-Krise von den Angry Workers of the World, einer Gruppe der IWW in Großbritannien. Zum Original kommt ihr hier.

Corona greift um sich. Trotz der Angst und Panik (oder sogar der Verleugnung), die sich durchgesetzt hat, ist eines sicher: Die fortschreitenden Risse im System sind für alle sichtbar. Wie kann die Linke reagieren, ohne in die Falle einer Stärkung des Staates zu tappen, und gleichzeitig dafür sorgen, dass Menschen über den Profit gestellt werden? Wie kann selbstorganisierte Praxis gestärkt werden – etwa die Nachbarschaftsgruppen, die gerade überall entstehen, um besonders gefährdeten Menschen zu helfen –, und vor allem: Wie kann sie dazu beitragen, dass unsere Forderungen erfüllt werden? Denn es ist zwar schön und gut, alte Forderungen wie die nach einem allgemeinen Grundeinkommen zu wiederholen oder sich für neue wie die volle Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vom ersten Tag an einzusetzen. Die Frage lautet aber immer: Wie können wir sie durchsetzen?

Wir könnten uns auch einfach darauf verlassen, dass während einer Krise außerordentliche Maßnahmen von Oben umgesetzt werden. Aber wir können die Brüchigkeit des globalen Kapitalismus und diese Pandemie nur dann für unseren Kampf für eine gerechte Gesellschaft nutzen, wenn wir reale Macht an der Basis haben, von nachbarschaftlicher Hilfe bis in die Betriebe hinein. Das heißt, dass wir uns in unseren Gemeinschaften – innerhalb wie außerhalb der Betriebe – langfristig verankern müssen.

1) Die »wissenschaftliche Debatte«: Es ist wichtig, sich darüber Klarheit zu verschaffen, ob es sich bei Corona um ein »neuartiges« Virus handelt, wie gefährlich es eigentlich ist usw., um die Situation und die Reaktion des Staates einschätzen zu können. Gleichzeitig ist das Wissen darüber, »was Corona ist«, keine zwingende Voraussetzung, um die gegenwärtigen Entwicklungen zu diskutieren. Wir müssen erkennen, wie die gegenwärtige Krise die Machtverhältnisse hinsichtlich der Monopolisierung von Informationen offenbart: Der Staat und die »wissenschaftliche Klasse« sind abgetrennt vom Alltagsleben der Arbeiterinnenklasse, und mit dem Mangel an Testmöglichkeiten und Notversorgung für ältere Menschen, schlecht bezahlte und selbstständige Arbeiter*innen wird sich dies als fatal erweisen. Die Debatte über die grundlegende Beschaffenheit von Corona ist wichtig, um über eine Kritik an unzureichenden Maßnahmen des Staates oder an der Unterfinanzierung des Gesundheitswesens hinauszugehen: Es gilt zu begreifen, dass die kapitalistische Produktionsweise (Urbanisierung und Armut, industrielle Landwirtschaft und Massentierhaltung etc.) den Nährboden des Virus ausmacht.

2) Die Reaktion des Staates: Hier schwankt die Debatte zwischen berechtigtem Misstrauen gegenüber den Beweggründen des Staates (»Der Staat nutzt die Krise, um mit Aufstandsbekämpfung und repressiven Maßnahmen zu experimentieren«) und einer Kritik an seiner Unfähigkeit, das Notwendige zu tun (»Die Sparpolitik hat das Gesundheitswesen zerstört«). Wir können davon ausgehen, dass die repressiven Maßnahmen und Zwangsschließungen auch deshalb verhängt werden, um den Mangel an allgemeiner medizinischer Betreuung und Ausstattung (etwa für massenhafte Tests) zu verdecken und zu kompensieren. Ebenso müssen die staatlichen Maßnahmen vor dem Hintergrund der jüngsten Protestbewegungen, von den Gelbwesten bis zu den Straßenprotesten in Lateinamerika, betrachtet werden: In Algerien wurden alle Proteste gegen das Regime verboten, in Frankreich ist das Militär auf den Straßen unterwegs, in Chile wurde ein dreimonatiger Ausnahmezustand erklärt, bevor auch nur ein einziger Todesfall aufgetreten ist oder irgendwelche medizinischen Maßnahmen in die Wege geleitet wurden. Das gegenwärtige Corona-Regime ist keine Verschwörung gegen diese Bewegungen, aber dem Staat ist klar, dass er den Eindruck erwecken muss, »im Interesse der Allgemeinheit« die Kontrolle zurückzugewinnen. Wir sollten es vermeiden, den Staat stärker zu machen, als er es in Wirklichkeit ist; seine Maßnahmen sind widersprüchlich. Die politische Klasse befindet sich in einer Zwickmühle: Einerseits muss sie »die Bevölkerung kontrollieren« (Ausgangssperren, Grenzschließungen), um zu zeigen, dass sie etwas tut, andererseits muss sie »die Wirtschaft am Laufen halten« (Menschen zur Arbeit zwingen, in Büros den Betrieb aufrechterhalten, Unternehmen retten).

3) Die »wirtschaftliche« Krise und die Neuordnung der Geopolitik: Das erwähnte staatliche Dilemma können wir nur verstehen, wenn wir uns klarmachen, dass die Wirtschaftskrise nicht von Corona verursacht wurde, sondern sich bereits vorher abgezeichnet hat. Die Möglichkeit eines Zusammenbruchs verschärft das Dilemma des Staates noch. Innerhalb einer Woche hat die US-Notenbank dieselbe Summe in die Wirtschaft gepumpt wie in der gesamten Zeit nach dem Crash von 2008 – mit wenig Erfolg. Der Unterschied besteht darin, dass der Staat sich diesmal Corona als Erklärung für den wirtschaftlichen Abschwung zunutze machen wird. Das jeweilige Vermögen, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona zu bewältigen, wird die globale Rangordnung der Staaten verändern. Die italienische bürgerliche Presse lobt Chinas Fähigkeit, das Virus zu stoppen, und China zieht großes politisches Kapital daraus, dass es Schutzmasken und andere medizinische Ausrüstung nach Italien liefert. So ist das Corona-Virus nicht etwa »Chinas Tschernobyl«; vielmehr werden Chinas zentralisierte Strukturen und sein autoritärer Regierungsstil als Vorteil gelobt, erlauben sie es doch, auf die Krise mit dem Bau von Krankenhäusern und der Aufzeichnung von Bewegungsdaten zu reagieren. Von Genoss*innen vor Ort wissen wir allerdings, dass der chinesische Staat in Wirklichkeit eher desorganisiert und die Koordination zwischen Zentralregierung und lokaler Verwaltung schwach ist. Auch die EU erweist sich als völlig unfähig, eine politische Vision oder eine kohärente Strategie anzubieten. Und Trump schließlich hat mit seiner Kehrtwende jeden Rest an Legitimität verloren. Die Krise beeinträchtigt die westliche Nachfrage nach chinesischen Produkten erheblich; wie kann China angesichts dessen gestärkt aus der Krise hervorgehen?

4) Globale Produktion und die Veränderung der Arbeit: Corona zeigt uns, wie eng verflochten die weltweite Produktion ist und wie sich Menschen im Zuge der alltäglichen Geschäftsabläufe um den Globus bewegen. Diese Verflechtungen stehen aufgrund des Handelskriegs zwischen USA und China und der protektionistischen Politik verschiedener Staaten schon seit längerem unter Druck – wobei die Corona-Krise die Beschränktheit solcher nationalen Maßnahmen offenlegt. Der Staat muss seine Beziehungen zu den wichtigen Unternehmen neu ausrichten. So hat die chinesische Regierung die sozialen Medien und den gewaltigen Datenpool großer Handelsunternehmen wie Alibaba genutzt, um die soziale Überwachung auszuweiten. Wir können nicht an alten Katastrophentheorien des Linkskommunismus oder der Dritten Internationalen festhalten – weder in ihren pessimistischen Variante (»Ende der Arbeiterklasse«) noch in ihren optimistischen (»Diesmal kommt es zum Zusammenbruch! Diesmal werden die Massen das Vertrauen in das System verlieren!«).

Vielmehr müssen wir verstehen, wie das Kapital sich selbst, die Arbeiterinnenklasse, die Gesellschaft und die Kultur umstrukturiert, um den Erfordernissen der Akkumulation und der Reproduktion des Systems gerecht zu werden. Die gewaltige Zerstörung, die wir zurzeit erleben, erzeugt zugleich neue Produkte und Marktchancen, etwa im Bereich der Biotechnologie (der bislang stark in Asien konzentriert ist) oder im derzeit expandierenden Online-Versandhandel. Auch dürfte das »Home Office« (das beispielsweise in Italien verglichen mit Großbritannien noch sehr unterentwickelt ist) Bestand haben, weil es billiger ist, wenn ein Teil der Arbeiter*innen von zu Hause aus arbeitet, anstatt in der Firma zu erscheinen, und neue Software dabei eine effektive Überwachung erlaubt. Die italienische Regierung hat große Fabriken für ein paar Tage geschlossen, während die Produktion an neue Sicherheitsnormen angepasst wurde (z.B. Sicherheitsabstand am Fließband, höhere Sauberkeitsstandards). Auch in Italien könnte es zu einer Zunahme von Selbstbedienungskassen und zur Industrialisierung und Kapitalkonzentration in der Gastronomie kommen, wenn kleine Unternehmen Pleite gehen und die Branche nach dem Vorbild Londons (mit Ketten wie Starbucks und Pret A Manger) rationalisiert wird. Auf diese Tendenzen müssen wir uns einstellen, um unsere gemeinsame politische Praxis daran auszurichten.

5) Reaktionen der Arbeiterinnenklasse: Hier können wir sehen, dass »individuelle Reaktionen« (Panikkäufe, Hamstern etc.) die Situation tendenziell verschlimmern. Überall dort, wo Arbeiter*innen über organische Formen von Kollektivität verfügen, sind sie in der Lage, die widersprüchlichen Botschaften des Staates (»Geh arbeiten, aber isolier dich selbst«) anzugreifen. Gemeinsam mit Genoss*innen aus anderen Ländern werden wir versuchen, die vielfältigen Reaktionen der Klasse zu dokumentieren: Gefängnisrevolten in Italien, Frankreich, Brasilien und dem Libanon, Unruhen in Abschiebeknästen in Spanien und Deutschland; ansteckende wilde Streiks in der Autoindustrie, von Mercedes und Iveco in Spanien bis zu FIAT/Chrysler in Italien und Kanada; um sich greifende Arbeitsniederlegungen bei Amazon in Frankreich, Spanien und in den USA; Mietstreiks und Besetzungen in verschiedenen amerikanischen Städten. Über die Frage hinaus‚wer für die Krise zahlt und wer in ihr sein Leben riskiert, erleben wir eine Politisierung der Arbeit in der öffentlichen Diskussion: Welche Arten von Arbeit sind wirklich notwendig? Unter welchen Bedingungen arbeiten die Beschäftigten in diesen Sektoren (Gesundheit, Paketzustellung etc.)? Die Frage der »Arbeiterkontrolle« taucht von selbst wieder auf. Wir sehen Keimformen von Nachbarschaftshilfe-Initiativen, die wichtig sind, aber gleichzeitig Gefahr laufen, den Unwillen oder die Unfähigkeit des Staates zu verdecken, die entsprechenden Aufgaben zu übernehmen. Wir sehen, wie die etablierten Gewerkschaften mit der Krise umgehen werden: im »nationalen Interesse« und gegen die Arbeiter*innen. In Minnesota hat der Gouverneur mit Zustimmung der Gewerkschaften das Tarifrecht ausgesetzt. In Deutschland hat die IG Metall es versäumt, die Arbeiter*innen eines VW-Zulieferers zu schützen, die aufgrund der Weigerung, fünf unbezahlte Überstunden pro Woche zu machen, entlassen wurden. In Großbritannien hat die Postgewerkschaft CWU angeboten, aufgrund der Krise Streiks abzublasen.

6) Reaktionen der Linken: Die Linke hat auf die Corona-Krise vor allem mit Forderungen reagiert, die zum einen Maßnahmen gegen das Virus betreffen (wobei sie oftmals vom Staat eine effektivere Durchsetzung der sozialen Distanzierung verlangt), zum anderen die allgemeine Situation der Arbeiterinnenklasse (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall etc.). Wie eingangs bemerkt, werden solche Forderungen ohne Vorschläge dafür erhoben, wie sich Druck für ihre Durchsetzung aufbauen lässt (abgesehen vom Appell an Gewerkschaften und die Labour Party im Fall Großbritanniens). Aufrufe zur »Nachbarschaftssolidarität« können sinnvoller sein, werden aber oftmals von außen vorgebracht, ohne tiefere Verankerung in Arbeitervierteln. Gleichzeitig hat die jüngere Renaissance von »demokratisch-sozialistischen« Vorstellungen, nach denen Verstaatlichungen »ein Schritt in Richtung Sozialismus« seien, die Köpfe vieler Linker vernebelt: Die aktuellen staatlichen Maßnahmen, etwa die »Nationalisierung« privater Krankenhäuser in Spanien, werden als etwas gefeiert, was die Linke schon immer gefordert hat. Mit der Forderung, »Beatmungsgeräte wie Jagdflugzeuge im Zweiten Weltkrieg« zu produzieren, schließen sich Linke wie Paul Mason der Kriegsrhetorik der Regierung an. Die Unterstützung des Staates durch die Linke bedeutet, dass die Arbeiterinnenklasse auf sich selbst gestellt sein wird, wenn eben dieser Staat das Streikrecht einschränkt und Leute, die Ausgangssperren und Versammlungsverbote in Frage stellen, mit Geldbußen und Haftstrafen überzieht.

7) Was tun? Einige Genoss*innen sind bereits dabei, Informationen über die Situation der Arbeiterinnenklasse und ihre Reaktionen vor Ort zu dokumentieren und zu verbreiten. Das ist ein erster Schritt. Es ist wichtig, die Frage nach dem Klassencharakter dieser Krise zu stellen: Wer wird für sie bezahlen (Rettungsaktionen für die Unternehmen, Almosen für die Armen) und wie ist man je nach Klassenlage unterschiedlich von ihr betroffen? All dies hängt von den Kräfteverhältnissen ab. Aber wir müssen noch einen Schritt weiter gehen und uns auf die Politisierung der Arbeit beziehen: Welche Arbeit ist wesentlich, und warum sind die Menschen, die in solchen Sektoren arbeiten, überfordert? Weil nur wenige Menschen das Gewicht der Gesellschaft auf ihren Schultern tragen! Die Tatsache, dass Amazon derzeit 100 000 neue Arbeitskräfte einstellt und dass Lieferdienste für Lebensmittel boomen, bestätigt nur, dass der schlecht bezahlte Teil der Gesellschaft dem Rest »dienen« soll. Wir müssen der Frage nachgehen, wie die Krise die Bereitschaft von Arbeiter*innen untergräbt, die heilige Trennung von Kopf- und Handarbeit zu akzeptieren (so genannte Expert*innen wissen wenig darüber, was vor Ort geschieht; den Arbeiter*innen vor Ort fehlen wichtige Informationen: eine fatale Kombination). Die Frage der Klassenmacht muss wieder mit der Frage nach der materiellen Veränderung der Produktion unseres Lebens und unserer Beziehungen zusammengebracht werden.

Übersetzt von der Organizing Abteilung der IWW im deutschsprachigen Raum. Ebenfalls gepostet bei den Genoss*innen des Blogs Corona Soli[:en]Corona has taken over. Despite the fear and panic (or even denial) that has taken hold, one thing is for sure: the cracks of the system are emerging for all to see. How can the left respond in a way that dodges the minefield of strengthening the state, at the same time as ensuring that people are being put before profits? How can self-organised activity, like the community groups that are popping up to help vulnerable people, be facilitated and crucially, be used as vehicles to get our demands met? It’s all very well to reiterate demands, such as for a universal basic income, as well as push for new ones, such as full-waged sick pay from day one. But the question always is: how do we enforce it?

We could simply rely on the fact that a crisis means extraordinary measures are implemeted from the top. We can only capitalise on the shakiness of global capitalism and this pandemic to push for a more equal society if we have a real grassroots power – that extends from mutual aid to workplaces. This means getting rooted in the longer term in our communities – inside and outside the workplace walls. To those ends, AngryWorkers have written a book about what this could actually look like, based on our experiences over the last six years in west London. There are no shortcuts!

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Class Power on Zero-Hours


You can read our introductory chapter here.
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Book plug over (!), we now present some further thoughts about the various facets of this health (and economic) crisis. There’s so much to discuss that it can all get pretty overwhelming. So we thought it would be useful to set out the following categorisations as a possible structure for the ongoing public debate – with the help of comrades. The various aspects are:

1) The ‘scientific debate’: It is important to understand whether the virus is actually new, how dangerous it actually is etc. in order to assess the situation and judge the state’s reaction. At the same time, ‘knowing what Corona is’ is not a precondition to discuss the current developments. We have to acknowledge that the current crisis reveals the power relation when it comes to the monopoly of information: the state and ‘the science class’ are detached from the everyday lives of working class people and with the lack of testing and contingencies for older people, low-paid and self-employed workers, this will prove to be fatal. The debate about the material character of Corona is important in order to deepen the critique from ‘the state is not doing enough’ and ‘the health system is underfunded’ to an understanding that the capitalist mode of production (urban concentration and poverty, industrial agriculture and animal husbandry etc.) is the breeding ground for the virus.

2) The reaction of the state: Here the debate swings back and forth between a justified mistrust in the motivation of the state (‘the state uses the crisis to experiment with counterinsurgency and repressive measures’) and criticism of the inability of the state to do what it should (austerity has destroyed the health infrastructure). We can assume that the repressive measures and the lockdowns are also imposed in order to cover up and counteract the lack of general medical support and equipment, e.g. for mass testing. The state measures have also to be seen on the background of recent ‘popular protests’, from the Yellow Vests to the street protests in Latin America: all anti-government protests in Algeria have been banned; the military is on the streets in France; a three months state of emergency has been declared in Chile, before any fatalities occured and before any other medical measures have been taken. The current Corona regime is not a conspiracy against these protests, but the state knows that they have to be seen as ‘regaining control in the interests of the general public’. We have to avoid making the state stronger than it is. The state measures are contradictory. The political class is squeezed between, on the one side, ‘having to control the population’ (curfews, closing borders) in order to be seen as doing something, and on the other side, the necessity of ‘keeping business running’ (forcing people to go to work, keeping offices open, bailing out companies).

3) The ‘economic’ crisis and the restructuring of geopolitics: We can only understand the state dilemma outlined above if we emphasise that Corona didn’t cause the economic crisis, but that the recession was already on the horizon. The state’s dilemma is aggravated by the possibility of a crash. Within a week, the US Federal Reserve has thrown the same amount of money onto the fire as in the entire period after the 2008 crash – with little result. The difference now is that the state will use Corona as an explanation for the economic downturn. The ability to deal with the economic impact of Corona will reshape the global state hierarchy. The Italian bourgeois press is praising China’s ability to stop the virus, and China is getting major political capital out of bringing masks and other medical equipment there. Instead of being ‘China’s Chernobyl’, their centralised structures and authoritarian style is being lauded as their saving grace in being able to respond to the crisis by building hospitals and tracing peoples’ movements. Correspondence with local comrades revealed to us that the state in China is rather disorganised and the coordination between central and local state weak. Similarly, the EU has been totally unable to offer any political vision or coherent strategy. Trump’s U-turn has also meant losing any scraps of legitimacy he had left. It is true that the crisis is deeply affecting Western demand for Chinese manufacturing, but will China or other countries re-emerge strengthened from this crisis?

4) Global production and restructuring of work: Corona demonstrates how global production is interlinked and how people move around the globe as part of daily business. These connections had already been under pressure from the US/China trade war and protectionist state policies, but the Corona crisis shows the limits of these national measures. The state has to recalibrate its relation with major corporations, e.g. the state in China used the vast social media and data pool of the big retailers like Alibaba in order to expand social surveillance measures. We cannot cling to old left-communist or third-internationalist theories of catastrophism, in either its pessimistic (‘the end of the working class’) or optimistic iterations (‘this time it’s collapsing! This time the masses will lose trust in it!’). We must rather understand how capital restructures itself, the working class, society and culture to suit the needs of accumulation and the reproduction of the system. All this destruction that we are witnessing creates new products and market opportunities, such as the bio-tech sector (which for now is extremely concentrated in Asia) and home deliveries which are expanding. It is likely that ‘homeworking’ (which in Italy, for example, is very underdeveloped compared to the UK) is here to stay, as it is cheaper to have a certain section of workers work from home than to come into the workplace, and new software makes effective monitoring possible. The Italian government had major factories shut down for a few days while they reorganised production to meet safety norms (e.g. distance on the assembly line, cleaning expanded within the production process). Also Italy might see the further introduction of self-checkout machines, and industrialisation and concentration within bars and restaurants as small enterprises fail and the sector gets rationalised a la London (cafes like Starbucks & Pret A Manger). We must anticipate these tendencies in order to guide our collective political activity.

5) Reactions of the working class: Here we can see that ‘individual reactions’ tend to aggravate the situation (panic buying and hoarding etc.). Wherever workers have an organic form of collectivity they are able to attack the state’s contradictory messages (‘go to work, but self-isolate’). Together with international comrades we will try to document the various reactions of the class: prison protests in Italy, France, Brazil, Lebanon and in detention centres in Spain and Germany; infectious wildcat strikes in the automobile industry, from Mercedes and Iveco in Spain to FIAT/Crysler in Italy to Canada; infectious workers’ shutdowns at Amazon in France, Spain and the US; rent strikes and occupations in various towns of the US. Beyond the question of ‘who pays for and risks their lives during the crisis’ we can see a politicisation of work in the public discussion: what type of work is actually essential? How are the conditions of workers in these sectors (health, couriers etc.)? The question of ‘workers’ control’ re-emerges organically. We can see embryonic forms of ’neighbourhood support’ initiatives, which are important, but also run the danger of merely covering up the unwillingness or inability of the state to organise this work. We can see how the mainstream trade unions will deal with the crisis: in the ‘national interest’ against the workers. In Minnesota the governor has suspended collective bargaining rights, with the agreement of the unions. In Germany the IG Metall failed to back workers at a subsidiary of VW who lost their job when they refused to work five hours weekly overtime for free. In the UK the CWU postal union offered to call off strikes due to the crisis.

6) Reaction of the left: The main reaction of the left has been to raise demands, partly relating to the anti-viral measures (often demanding that the state should enforce social distancing more effectively) and partly about general conditions ‘of the working class’ (sick pay etc.). As we’ve said in the introduction, these demands are being raised without proposals of how to build up pressure in order to enforce them (apart from appealing to the trade unions and the Labour Party in the case of the UK). Calls to form ‘neighbourhood solidarity’ might be more useful, but are often made from outer-space, without deeper roots in working class areas. The recent re-emergence of ‘democratic socialist’ notions of nationalisation as a ‘step towards socialism’ has clouded many brains on the left: the current state measures, e.g. the ‘nationalisation’ of private hospitals in Spain, are hailed as confirming what the left has demanded all along. Leftists like Paul Mason repeat the ‘war rhetoric’ of the government when he demands to build ‘respirators like Spitfires’. The endorsement of the state by the left means that the working class is out there on their own when the same state will curtail the right to strike, fine or arrest people who question the imposed curfews or prohibitions to assemble.

7) What can be done? Comrades are already engaging in documenting and circulating information about working class conditions and reactions in their localities. This is a first step. It is important to ask the question of the class character of this crisis: who will pay for it (bailouts for the companies, peanuts for the poor) and how do you suffer differently according to your class position etc. All this depends on the balance of power. But we have to go a step further and relate to the politicisation of work: which work is essential and why are people who are working in these sectors overstretched? Because few people carry the weight of society on their shoulders! The fact that Amazon is currently hiring 100,000 new people and that grocery delivery companies are booming just confirms that the low paid section of society is supposed to ‘serve’ the rest. We have to ask how the crisis is undermining working people’s acceptance of the holy division between intellectual and manual labour (so-called experts know little about what is going on on the ground; workers on the ground lack vital information: a fatal combination). The question of class power has to reunite with the question of material transformation of how we produce our lives and relationships.

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