Solidarität mit den Genoss*innen in Afrin 15.03.2018

on März 15, 2018 Aktuelles, Solidarität with 0 comments

Basisgewerkschafter der IWW in Afrin eingeschlossen!
Ein Aufruf zur Solidarität!

Seit dem 12.03. sind zwei Mitglieder der IWW GMB Rostock zusammen mit
ca. 300.000 Menschen in Afrin vom türkischen Militär, welches eng mit
islamistischen Kräften zusammenarbeitet, eingeschlossen worden.

Menschen berichteten von dem Zusammenbruch der Strom- und
Wasserversorgung, von Verletzten und Toten, von Zerstörungen und
Plünderungen, von der Angst vor zu erwartenden Massakern durch türkische
Streitkräfte und mit ihm verbündete Milizen (unter ihnen auch ehemalige
IS Angehörige und andere radikale Islamisten).

Die Interessenslage der Türkei ist deutlich: Ihr geht es darum den
ärgsten Widersacher des türkischen Faschismus, also der kurdischen
Bewegung, unter dem Denkmantel der Terrorismusbekämpfung einen herben
Schlag zu versetzen. Durch diesen Angriffskrieg von innenpolitischen
Problemen abzulenken und dabei weiter auf aggressiven Nationalismus zu
setzen, um die Machtposition des Faschisten Erdogan und seiner AKP
weiter zu festigen bzw. auszubauen. Die Methoden derer sich hierbei der
türkische Staat bedient, die vollen Knäste, die Folter, die
Ausgangsperren in zahlreichen Städten, die Ausschaltung und
Unterdrückung der Opposition, die Gräueltaten an der kurdischen
Bevölkerung, die direkt in der Türkei stattfinden, zeigen deutlich auf,
dass mit dem Fall Afrins mit Massakern an der Zivilbevölkerung zu
rechnen ist.

Aber warum schweigt die Bundesregierung, und warum gibt es kaum eine
Verlautbarung einer im Parlament vertretenden Partei dazu? Die Antwort
ist aus unserer Sicht erschreckend banal. Es gibt einen schmutzigen Pakt
mit der Türkei um der Bundesrepublik möglichst viele von den unliebsamen
Kriegsflüchtlingen vom Staatsleib zu halten. Man ist mit ihnen in der
NATO verbündet und nicht zuletzt, verdient die deutsche
Rüstungsindustrie und damit auch direkt die Bundesrepublik kräftig an
den jetzt und unter anderem in Afrin eingesetzten Waffen wie z.B. den
„Leopard II“ Panzern. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, und da
die Menschen dem bürgerlichen Nationalstaaten gegenüber den eigenen
Macht und Kapitalinteressen nachrangig sind, schweigt man besser. Auch
andere imperialistische Akteure scheinen mit der Türkei ein entsprechend
faulen Pakt geschlossen zu haben.

Die Verteidigung der Unseren ist das grundlegendste Prinzip unsere
Gewerkschaft. Für uns gilt der Leitsatz: „Ein Angriff auf einen, ist ein
Angriff auf Alle!“ Was uns als Basisgewerkschafter zur Pflicht ruft! Wir
rufen entsprechend alle Mitglieder der IWW und alle Gewerkschafter/innen
und Arbeiter/innen auf, Solidarität mit den IWW Mitgliedern und allen
anderen dort Leidenden und kämpfenden Menschen zu üben und sich
entschieden gegen diesen imperialistischen Angriffskrieg zu wenden!
Macht Aktionen, schafft Öffentlichkeit, durchbrecht das Schweigen! Die
Menschen in Afrin und ganz Rojava und die Basisgewerkschafter der IWW
vor Ort zählen auf uns!

Base trade unionist of the IWW in Afrin surrounded!

A call for solidarity!

Since 12.03., together with about 300,000 other people, including two
members of the IWW GMB from Rostock, were locked up in Afrin. They
reported the collapse of power and water supplies, casualties and death,
destruction and the fear of massacres awaiting Turkish forces and allied
militias (including former IS members and other radical Islamists).

The interest of Turkey is clear. It is about the worst adversary of
Turkish fascism, so the Kurdish movement, under the thought of
counter-terrorism hit a big blow. To distract from domestic political
problems by this aggressive war and to continue to rely on aggressive
nationalism in order to consolidate or expand the power position of the
fascist Erdogan and his AKP. The methodologies used by the Turkish
state, full burdens, torture, exit barriers in many cities, the
elimination and suppression of the opposition, atrocities against the
Kurdish population, etc., which are taking place directly in Turkey,
clearly show that with the fall of Afrin with massacres on the civilian
population is to be counted.

But why is the German government silent and why is there hardly a
statement from a party representing parliament? The answer is
frighteningly banal from our point of view. There is a dirty package
with Turkey to keep the Federal Republic as many of the unpleasant war
refugees from the State. One is allied with them in NATO and not least,
the German defense industry and thus directly the Federal Republic earns
heavily on the now and, inter alia, used in Afrin weapons such as the
‚Leopard‘ tanks. One crow does not hack the other’s eye, and since
people are subordinate to the bourgeois nation-states over their own
power and capital interests, one just keeps quiet. Other imperialist
actors also seem to have concluded a suitably rotten pact with Turkey.

The defense of ours is the most fundamental principle our union applies
to us the motto ‚An attack on one, is an attack on all!‘ What calls us
as a basic trade unionist duty! We call accordingly all members of the
IWW and all trade unionists and workers to practice solidarity with the
IWW members and all other suffering and fighting people there and to
turn decidedly against this imperialist war of aggression! Take action,
create publicity, break the silence!

The people in Afrin and all of Rojava and the IWW base trade unionists
on site count on us!

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